Philosophie als Reggio – inspirierte Kindertageseinrichtung

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Philosophie als Reggio – inspirierte Kindertageseinrichtung

Seit April 2022 ist unsere Kindertageseinrichtung eine zertifizierte reggio – inspirierte Kindertageseinrichtung.  In unserer offenen Werkstatt-Kita ist jedes Kind einzigartig und individuell. Es entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und nach seinen eigenen Interessen. Diese Interessen und Fähigkeiten gilt es für uns als „Gastgeber“ zu erkennen, sowie die Kinder in ihrem Tun zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, so viele Sinneserfahrungen wie möglich zu machen. Hierbei ist es uns wichtig, sich mit dem Kind auf den Weg zu machen, ihm viele verschiedene Materialien zur Verfügung zu stellen, damit es seine Welt in seinen 100 Sprachen entdecken kann. Das Kind soll die Welt mit seinen eigenen Augen, Händen und Sinnen entdecken, verstehen und begreifen. Das Kind hat 100 Sprachen, 100 verschiedene Arten und Weisen oder Wege seine Welt und sein Umfeld zu erleben und zu erfahren. Die Kinder auf diesem Weg „zu begleiten“, das ist unsere Aufgabe. Wir gehen einen Dialog mit ihnen ein und ermuntern sie so ihre 100 Sprachen zu entdecken und zu benutzen. Wir unterstützen die Kinder dabei „ihre Welt“ mit ihren eigenen Händen begreifen. Dabei müssen wir im Auge behalten, dass jedes Kind seine „eigene Welt “ hat, die es jeden Tag neu und oftmals auf unterschiedliche Weise entdeckt und versteht.

Die hundert Sprachen des Kindes

Ein Kind hat hundert Sprachen,

hundert Hände hundert Gedanken,

hundert Weisen zu denken,

zu spielen und zu sprechen

 

Immer hundert Weisen zu hören,

zu staunen und zu lieben.

hundert Weisen zu singen und 

zu verstehen,  hundert Welten zu erfinden,

hundert Welten zu träumen.

 

Das Kind hat hundert Sprachen doch

Es werden ihm neunundneunzig geraubt.

Die Schule und die Umwelt trennen

 ihm den Kopf vom Körper.

 

Sie bringen ihm bei:

ohne Hände zu denken,

ohne Kopf zu handeln 

ohne Vergnügen zu verstehen,

ohne Sprechen zuzuhören,

nur an Ostern und Weihnachten zu lieben

und zu staunen.

 

Sie sagen ihm,

dass die Welt bereits entdeckt ist

und von hundert Sprachen

rauben sie dem Kind neunundneunzig.  

 

Sie sagen ihm:

Dass das Spiel und die Arbeit,

die Wirklichkeit und die Phantasie,

die Wissenschaft und die Vorstellungskraft,

der Himmel und die Erde,

die Vernunft und der Traum

Dinge sind, die nicht zusammengehören.

 

Sie sagen also,

dass es die hundert Sprachen nicht gäbe.

Das Kind sagt:

„Aber es gibt sie doch.“
(Loris Malaguzzi)